Zurück in der Dunkelheit

Zurück in der Dunkelheit

In der Brust Augustin Tebouls schlägt ein treues Herz. Seit der Gründung 2010 verwundern die beiden Designerinnen hinter der Marke eben nicht mit der obligatorisch saisonalen Überraschung einer radikalen Neuerfindung ihrer selbst, sondern mit einem zumindest in der Mode oft vergessenen Attribut: der Beständigkeit.

Haben Annelie Augustin und Odély Teboul bereits früh einen eigenen, fast unumstößlichen Stil für sich manifestiert, so steht auch der Sommer 2014 im Zeichen dieser ganz eigenen Ästhetik.

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Vergangenen Mittwoch präsentierten die beiden Absolventinnen der Pariser Esmod ihre neue Kollektion ausnahmslos in Schwarz. Nicht nur der Hang zur finsteren Nichtfarbe zieht sich als roter – oder eben schwarzer – Faden durch die Geschichte der Marke, auch dieseJonglieren mit zahlreichen Methoden der Veredlung und stilistischen Spielereien gehört zum kreativen Repertoire Augustin Tebouls. So lassen die Designerinnen ein weiteres Mal dieseAuge des Betrachters von glattem Leder über transparente Stofflichkeiten bis hin zu aufwändigen Häkeleien wandern, fangen und halten Blicke mit Spitzenbesätzen, Schmucksteinen und großzügig schimmernden Applikationen.

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Auch schnitttechnisch bedient sich die Linie einer reichen Vielfalt an Form und Fülle. So springt beispielsweise ein knöchellanger, weiterer Rock durchsichtigen Materials unter dem strengen Rockteil im Bleistiftschnitt eines schmalen Lederkleids hervor und eine Hemdbluse laissez fairer Weite wird zu einem nicht minder großzügig geschnittenen Maxirock kombiniert. Wie bereits in vergangenen Saisons kontrastieren großmütiger Kopfschmuck und opulenter Schmuck mit einer dunkel stilisierten Stimmung labilen Charmes. Auch die Präsentation ist als Zitat vergangener Jahre inszeniert: wieder zeigen Augustin Teboul ihre Kollektion fern der Berliner Fashion Week Zelte in Form einer kunstvollen Installation. Durch weiße Stoffwände getrennt, lassen die beiden Designerinnen ihre Modelle in einer Art dramatischen Isolierung auf und ab gehen, immer wieder unterbrochen von statuenhaften Posen.

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Monotonie kann Annelie Augustin und Odély Teboul obgleich der stetigen Reminiszenz auf die fest statuierte Grandezza der Marke sicherlich nicht vorgeworfen werden. Trotz der völligen Abwesenheit von Farbe haben die beiden Designerinnen in schnitttechnischem Überfluss präsentiert, diesesie noch viel zu erzählen haben: Von ihrer Treue zum eigenen Stil und der düsteren Vision einer modischen Zukunft.

 

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