28 Jan. Reizüberflutung
Längst schon weiß die Mode, an ihren Epizentren mit mehr als cleverem Schnitt und erlesenem Material zu überraschen. Oft avancieren die Kulissen und Locations selbst zum Mittelpunkt der Präsentation und stehlen den schönen Stoffen fast die Show. Über die Bretter, die die Modewelt bedeuten. „Dieseist wohl dieseRisiko, dieseein Designer mit solch spektakulären Präsentationen eingeht,“ erzählt Paula Reed den Style.com-Kameras. „Nach der Hälfte der Show bekommst du als Zuschauer einen kleinen Schock: Ich muss endlich anfangen, auch der Kleidung Aufmerksamkeit zu schenken!“
Sichtlich begeistert zeigt sich Harvey Nichols’ ehemalige Modechefin, die seit Januar als Kreativdirektorin bei Mytheresa.com tätig ist, hingerissen von einer der zahllosen Schauen in Mailand oder Paris. Hingerissen eben nicht von den reichen Volants, der zarten Seide oder den feingliedrigen Musterungen, die soeben die Laufstege entlang flaniert sind, sondern viel mehr von den Laufstegen an sich. Schon lang übertrumpfen sich die großen Häuser gegenseitig mit fantastischen Locations und abenteuerlichsten Bauten: von einer gigantischen, sich drehenden Weltkugel bei Chanel bis zu einer einfahrenden Dampflok bei Louis Vuitton, die soll sogar acht Millionen Euro gekostet haben. Der Fantasie der Designer scheint kaum eine monetäre Grenze gesetzt. Die Schauen dieser Saison, ganz einer selbstgewählten Tradition folgend, standen für viele Labels ganz im Zeichen überbordender Grandezza.
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